Die Auswirkungen von Studiengebühren auf Bildung und Wissenschaft

Im Zentrum des aktuellen Abwehrkampfes gegen Studiengebühren stehen sozialpolitische Argumente.

Das ist völlig berechtigt, da aller Anlass zur Vermutung besteht, dass Studiengebühren die Negativeffekte eines ohnehin sozial selektiven Bildungssystems verstärken würden. Allerdings sollten wir bei dieser Betrachtung nicht stehen bleiben, da Studiengebühren auch erheblich Auswirkungen auf eine Neuausrichtung des Verhältnisses von Bildung, Wissenschaft und Gesellschaft insgesamt haben. In der Begründung des aktuellen NRW-Gebühren-Gesetzesentwurfes steht etwa zu lesen, dass es durch die geplanten »Studienbeiträge« gelänge, »wettbewerbliche Steuerungsmechanismen in das Hochschulsystem einzubringen«. Über solche Formeln wird leicht hinweg gelesen, weil sie zum üblichen neoliberalen Phraseneintopf zu gehören scheinen.

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Boykottzeitung

Boykottzeitung

 

Hier gibt es die Boykottzeitung der bundesweiten Boykottbewegung zum Download.

 

 

Soziale Auswirkungen von Studiengebühren

Soziale Auswirkungen von Studiengebühren

 

Die Existenz sozialverträglicher Studiengebühren kann weder empirisch noch theoretisch nachgewiesen werden. Somit sind sozialverträgliche Studiengebühren ein Widerspruch in sich. Neben der bisherigen allgemeinen Kritik sollen in diesem Analysepapier systematische Fehler in den verschiedenen Modellen dargestellt werden: Sowohl in den bereits eingeführten, die schon seit mehreren Jahren effektiv nach sozialen Aspekten selektieren; als auch in geplanten Modellen, die in jüngster Zeit verstärkt von PolitikerInnen, WirtschaftslobbyistInnen und MedienvertreterInnen präsentiert werden. Der Fokus der Argumentation liegt auf der individuellen finanziellen Situation von StudentInnen und Studieninteressierten.

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Der Einfluss von Lobbyorganisationen und Wirtschaft im Diskussionsfeld Studiengebühren

Der Einfluss von Lobbyorganisationen und Wirtschaft im Diskussionsfeld Studiengebühren

 

Studiengebühren sind das zentrale und umkämpfte Thema der Hochschulpolitik in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Dabei ließ sich immer wieder ein Versuch der Einflussnahme von Lobbyorganisationen und Wirtschaftsverbänden beobachten, die zunächst im Wesentlichen mit dem Bertelsmann-nahen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) begann. Inzwischen finanzieren aber immer mehr industrieeigene oder -nahe Stiftungen und große Konzerne Gruppen bzw. Zusammenschlüsse, die sich für die Einführung von Studiengebühren aussprechen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat zwischenzeitlich ein eigenes Studiengebührenmodell vorgelegt, und das CHE stellt eine Modellrechnung nach der anderen an, um die vermeintliche Sinnhaftigkeit von Studiengebühren zu belegen. Es stellt sich daher die Frage, welches Interesse die Wirtschaft an Studiengebühren hat, welche Funktion Studiengebühren haben sollen und warum die betreffenden Verbände gerade jetzt vermehrt in die Offensive gehen.

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